Arzt schreibt einen Plan zur Ernährungstherapie in ein Heft. Auf dem Tisch steht viel Obst und Gemüse.

Einfluss der Ernährungstherapie auf das Management von chronischenErkrankungen

Dass die Ernährung positive Auswirkungen auf den gesundheitlichen Zustand des Menschen hat, ist allgemein bekannt. Auch bei chronischen Erkrankungen erhält sie für Betroffene eine wichtige Bedeutung, denn ausgewogene und nährstoffreiche Nahrung kann Beschwerden lindern, den Krankheitsverlauf stabilisieren und dadurch die Lebensqualität entscheidend verbessern.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie durch eine gezielte Ernährungstherapie und Aufbaunahrung Ihren Körper optimal versorgen und Regenerationsprozesse fördern. 

Die Bedeutung der Ernährung bei chronischen Krankheiten

Bei chronischen Erkrankungen handelt es sich um lang anhaltende Krankheiten, die Betroffene häufig ein Leben lang begleiten. Da sie sich in vielen Fällen nicht vollständig heilen lassen, erfolgt eine Behandlung in der Regel über längere Zeiträume. Ernährungstherapie sowie Aufbaunahrung können bei chronischen Erkrankungen in Zeiten der Verschlechterung Symptome mildern oder generell zu mehr Stabilität und einem verlangsamten Krankheitsverlauf beitragen. In einigen Fällen kann eine individuell angepasste Ernährungstherapie in Kombination mit einer medikamentösen Behandlung zudem den Therapieerfolg maßgeblich unterstützen. Selbst wenn eine vollständige Heilung dabei nicht immer möglich ist, verstärkt eine Auseinandersetzung mit der eigenen Ernährung das Gefühl, die Lebensqualität trotz chronischer Krankheit selbst mitzugestalten. 

 

Allgemeine Ernährungsprinzipien bei chronischen Erkrankungen

Ausreichend Makro- und Mikronährstoffe aufnehmen

Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Personen, die an einer chronischen Krankheit leiden. Von relevanter Bedeutung ist etwa eine ausreichende Zufuhr von Makro- und Mikronährstoffen, da sie die Grundlage für nahezu alle körperlichen Funktionen bilden. Die Makronährstoffe Kohlenhydrate, Fette und Proteine liefern wichtige Energie und Baustoffe, um Gewebe und Muskeln zu erhalten und das Risiko von Muskelabbau (Sarkopenie) zu verhindern. Da das Immunsystem bei chronischen Erkrankungen häufig dauerhaft aktiviert oder geschwächt ist, werden zudem besonders viele Mikronährstoffe wie beispielsweise Vitamin A, C, D, Zink oder Selen benötigt, die Regenerationsprozesse und Immunreaktionen unterstützen.

Genügend Nahrung zu sich nehmen

Ein häufiges Problem bei Langzeiterkrankungen ist, dass der Körper mehr Nährstoffe benötigt, die Aufnahme und Verwertung der Nahrung jedoch erschwert sein kann. Wenn eine ausreichende Kalorien- und Nährstoffversorgung nicht mehr möglich ist, kann dies zu starkem Gewichts- oder Muskelverlust führen und den Körper zusätzlich schwächen. Ist eine normale Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich, muss gegebenenfalls Aufbaunahrung eingesetzt werden, damit keine Mangelzustände entstehen, die den Krankheitsverlauf verschlechtern.

Auf natürliche Zutaten achten

Natürliche und unverarbeitete Lebensmittel wie Obst, Gemüse, natürliche Proteinquellen und Vollkornprodukte enthalten Mikro- und Makronährstoffe in ihrer natürlichen Form, die besonders einfach durch den menschlichen Körper aufgenommen und verwertet werden können. Auch enthaltene Ballaststoffe verlangsamen die Aufnahme von Zucker und sorgen für einen stabilen Blutzuckerspiegel, was besonders bei chronischen Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes Typ 2 von großer Bedeutung ist.

Stark verarbeitete Produkte sind häufiger chemisch verändert und besitzen weniger Enzyme und natürliche Begleitstoffe, die normalerweise für eine verbesserte Nährstoffaufnahme sorgen. Zudem sind viele verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte oder Süßigkeiten mit viel Zucker, Salzen und gesättigten Fettsäuren belastet, die Entzündungen verschlimmern können und schädlich für Herz- und Blutgefäße sind.

Unverträglichkeiten eliminieren

Bei chronischen Erkrankungen ist es zudem wichtig, Unverträglichkeiten zu erkennen und zu vermeiden, da durch sie die Symptome einer Langzeiterkrankung weiter verschlimmert werden und zusätzliche Entzündungen, Verdauungsbeschwerden und Nährstoffverluste den Körper weiter belasten können. Häufig auftretende Unverträglichkeiten treten etwa im Zusammenhang mit Laktose oder Gluten, aber auch mit Fruktose oder Histamin auf. Mit der Eliminierung dieser Lebensmittel können aufgenommene Mahlzeiten besser vertragen werden. Dies fördert Regeneration und Stabilität des Körpers.

Ernährungstherapie bei spezifischen chronischen Krankheitsbildern

Mit einer Ernährungstherapie wird Ihr Ernährungsplan gezielt auf persönliche Bedürfnisse, Symptome und Stoffwechselveränderungen angepasst. Sie geht über allgemeine Ernährungsempfehlungen hinaus, da individuelle Faktoren wie ein veränderter Nährstoffbedarf, Unverträglichkeiten, aber auch Medikamenteneinnahmen und Krankheitsphase mitberücksichtigt werden. Eine Ernährungstherapie richtet sich auch spezifisch nach Ihrer chronischen Erkrankung. Hier finden Sie ein paar Beispiele:

Chronische Nierenerkrankungen

Chronische Nierenerkrankungen (CKD, „Chronic Kidney Disease“) sind dauerhafte Erkrankungen der Nieren, bei denen die Nierenfunktion über längere Zeit eingeschränkt ist. Da die Nieren Abfallstoffe, überschüssige Flüssigkeit und bestimmte Mineralstoffe aus dem Blut filtern, ist eine Ernährungstherapie wichtig, um die Nieren zu entlasten und Folgekomplikationen zu vermeiden. Dabei fokussiert sich eine nierenfreundliche Ernährung auf eine kontrollierte Aufnahme von Proteinen, Phosphor, Kalium und Natrium.

Vermeiden Sie Fertigprodukte bei einer chronischen Nierenerkrankung, da diese oft phosphathaltige Zusatzstoffe enthalten. Diese könnten sich sonst im Blut anreichern und Knochen und Gefäße schädigen. Auch tierische Eiweiße und kaliumreiche Lebensmittel wie Bananen, Hülsenfrüchte oder Trockenobst sollten nur in Maßen verzehrt werden.

Chronische Hauterkrankungen

Selbst wenn die Ursachen von chronischen Hauterkrankungen nicht ausschließlich in einer bestimmten Ernährungsweise liegen, kann eine Ernährungstherapie entzündliche Prozesse vermindern und zu mehr Wohlbefinden beitragen. Zu typischen Langzeiterkrankungen der Haut gehören etwa Schuppenflechte (Psoriasis), Neurodermitis, Akne inversa oder chronische Nesselsucht (Urtikaria). Sie äußern sich häufig durch Rötungen, Juckreiz, Schuppungen und wiederkehrende Entzündungen auf der Haut.

In der Ernährungstherapie wird daher eine entzündungshemmende Kost empfohlen, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Obst und Gemüse ist. Auch milchhaltige Lebensmittel können verzehrt werden, da sie reich an wertvollem Kalzium sind. Jedoch sollten diese, genauso wie Fleisch, nur in geringen Maßen und wenn möglich in fettreduzierten Varianten verzehrt werden. Zusätzlich tragen eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige körperliche Bewegung dazu bei, Übergewicht zu vermeiden und den Verlauf chronischer Hauterkrankungen positiv zu beeinflussen.

Chronische Darmerkrankungen

Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa kommt es durch Inflammation im Darm zu Verdauungsproblemen und erschwerter Nährstoffaufnahme. Ein Fokus sollte daher auf leicht verdaulichen und nährstoffreichen Lebensmitteln wie Bananen, Reis oder Haferflocken gelegt werden. Fettige, stark gewürzte Kost und Rohkost hingegen können die Beschwerden verstärken und sollten vermieden werden. Es wird außerdem empfohlen, kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich zu nehmen und genug zu trinken. Bei akuten Schüben sollte vermehrt Schonkost zu sich genommen werden.

Aufbaunahrung nach Krankheit

Mit einer ausgewogenen Ernährung können Sie dafür sorgen, Ihren Körper bei erneuten Verschlechterungen resilienter zu machen und auch Regenerationsprozesse unterstützen. Nach akuten Krankheitsphasen kann es durch Appetitlosigkeit und Entzündungen im Körper zu Gewichts- und Nährstoffverlust kommen. Damit sich der Körper wieder erholen und stabilisieren kann, wird in der Ernährungstherapie häufig auf Aufbaunahrung gesetzt. Zur Aufbaunahrung zählt eine Kost, die eine besonders hohe Nährstoff- und Energiedichte besitzt und so den Gewichtsaufbau unterstützt und Mangelernährung verhindert. Häufig ist eine solche Aufbaunahrung auch flüssig, püriert oder weich zubereitet, um den Darm zu schonen und leichter verdaut zu werden. Typische Mahlzeiten können nährstoffreiche Gemüse- oder Hühnersuppen sowie Obst-, Hafer- oder Dinkelbreie sein. Auch hochwertige Eiweißquellen wie mageres Fleisch, Fisch, Eier oder fettreiches Nussmus und pflanzliche Öle wirken unterstützend.

Als Teil einer vollwertigen Ernährung kann auch sogenannte Trink- und Aufbaunahrung eingesetzt werden. Diese ist meist flüssig und hochkalorisch, wodurch eine schnelle Gewichtszunahme ermöglicht werden kann. Eine solche Form der Aufbaunahrung sollte nur dann eingesetzt werden, wenn der Nährstoff- und Kalorienbedarf des Körpers nicht über normale Mahlzeiten gedeckt werden kann. Die Rücksprache mit einem Arzt bei der Supplementierung mit Trink- und Aufbaunahrung ist zu empfehlen. 

Fazit: Ernährungstherapie und Aufbaunahrung nach chronischen Krankheiten

Durch eine chronische Erkrankung wird Ihr Körper über eine lange Zeit vor immer wiederkehrende Herausforderungen gestellt. Nicht nur die Symptome selbst, sondern auch die langfristigen Folgen wie Gewichtsverlust, Nährstoffmängel oder Muskelschwund können Ihren psychischen und physiologischen Zustand negativ beeinflussen. Mithilfe einer individuellen Ernährungstherapie und Aufbaunahrungen können Sie lernen, mit ihrer Ernährung Ihren Körper mit allen wichtigen Nährstoffen zu versorgen und Ihren Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen.

Holen Sie sich Unterstützung im Therapie- und Pflegezentrum Westlausitz

Chronische Erkrankungen belasten den Körper oft stark und erfordern gezielte Unterstützung, um Kraft, Beweglichkeit und Wohlbefinden zu erhalten. Das Therapie- und Pflegezentrum Westlausitz begleitet Sie dabei, Sie bei der Anwendung ernährungstherapeutischer Maßnahmen und Aufbaunahrung ganzheitlich zu unterstützen. An unseren Standorten stehen Ihnen Wellnessangebote, Gesundheitskurse zur Stressbewältigung und individuelles Funktionstraining zur Verfügung. Auch Physiotherapien werden bei uns angeboten. Diese Kombination fördert Muskelerhalt, Mobilität und Entspannung, wodurch Ihr Immunsystem und körperliche sowie geistige Gesundheit zusätzlich gefördert werden.

Werfen Sie gerne einen Blick auf unsere verschiedenen Standorte in Kamenz, Schwepnitz, Königsbrück und Pulsnitz und besuchen Sie uns! Wir freuen uns auf Sie.

 

 

Quellen:

https://www.sozialagentur-konkret.de/ernaehrung-bei-chronischen-krankheiten-mit-essen-die-gesundheit-unterstuetzen
https://www.medicross.com/blog/ernaehrung/ernaehrung-bei-chronischen-erkrankungen/
https://freseniusmedicalcare.com/de/medien/einblicke/gesundheit-wohlbefinden/ernaehrungsunsicherheit-chronische-nierenerkrankungen/

https://www.bitteberuehren.de/wp-content/uploads/2025/02/Psoriasis_Akneinversa_Ernaehrungsbroschuere_Novartis_2025-1.pdf

https://natuerlich.thieme.de/therapieverfahren/ernaehrung/detail/mit-aufbaukost-wieder-zu-kraeften-kommen-977

Veröffentlicht am 15.10.2026 – Hier finden Sie weitere interessante Beiträge.