Therapie- & Pflegezentrum Westlausitz
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Ein Leben auf der Überholspur: Und plötzlich steht die Zeit still

Dieser Tag hat mein Leben verändert . . . So abgedroschen wie dieser Satz häufig klingt, so treffend beschreibt er den 28. September 2006. Für Guntram Jonas beginnt jener Samstag liegend neben dem Bett. Der damals 40-Jährige weiß nicht, wie er dort hingekommen ist. Und erst recht nicht, warum er nicht wieder aufstehen kann. Doch er hört seine Freunde, die er an diesem Wochenende in seiner alten Heimat - im Schwarzwald - besucht. Sie rufen von unten, dass er zum Frühstück kommen soll. „Ich komme gleich“, ruft er zurück. Bewegen kann er sich jedoch nicht.

So muss es sich anfühlen, wenn die Zeit still steht. Geräusche liegen hinter einem Schleier. Die Beine gehorchen nicht, die Gedanken auch nicht. Als die Freunde nachschauen, warum Guntram nicht zum Frühstück erscheint, ist schnell klar: Hier stimmt etwas nicht. Das Gesicht so eigenartig verformt, der linke Mundwinkel hängt schlaff hinab. Sie heben ihren Freund ins Bett und rufen den Notarzt. Die Diagnose: Schlaganfall. Guntram Jonas hat ihn überlebt, doch seither ist alles anders. 

Knapp 270.000 Schlaganfälle ereignen sich laut Stiftung Deutscher Schlaganfall-Hilfe jährlich in Deutschland. Rund 20 Prozent der Betroffenen sterben innerhalb von vier Wochen, über 37 Prozent innerhalb eines Jahres. Das macht den Schlaganfall zur dritthäufigsten Todesursache. Rund die Hälfte der Überlebenden bleibt ein Jahr nach dem Ereignis dauerhaft behindert und ist auf fremde Hilfe angewiesen. „Ich dachte immer, das wird alles wieder gut“, erzählt Guntram Jonas. Deshalb ließ er sich von der Uniklinik Freiburg ins Rehabilitationskrankenhaus ins sächsische Kreischa verlegen. Schließlich hatte ihn sein schwäbischer Arbeitgeber 2003 nach Sachsen geschickt, um als Produktionsleiter die Niederlassung in Pulsnitz zu führen. Dort wartete seine Arbeit. Dort hatte er sich ein Reihenhaus gekauft. Dort wohnte er mit seiner Lebensgefährtin. Doch die Lähmung seiner linken Körperhälfte ließ ihn nicht mehr zurück in sein altes Leben. Arbeiten wird der 48-Jährige wohl nie mehr, das Haus wurde verkauft, die Partnerschaft überstand die Krankheit nicht.

Das hört sich alles sehr deprimierend und traurig an, aber wer Guntram Jonas trifft, ist erstaunt, wie lustig er oft ist und wie viele Witze er reißt. Auch mit seinen vielen Therapeuten. „Schau mal böse!“, fordert ihn Doreen Fischer auf. Die Logopädin des Therapie- & Pflegezentrums Westlausitz arbeitet schon seit Jahren mit Guntram Jonas zusammen, trainiert mit ihm vor allem Mimik und Gestik. Und das Böse-Gucken. Denn wenn ein Teil des Gesichtes gelähmt ist, lassen sich nicht so einfach die Augenbrauen runterziehen oder die Stirn in Falten legen. Was für uns wie Winzigkeiten aussieht, sind für Schlaganfall-Patienten riesige Schritte in Richtung selbstbestimmtes Leben. „Ich kann heute meine eingeschenkte Kaffeetasse, ohne auch nur ein Schlückchen zu verschütten, von der Küche ins Wohnzimmer tragen“, erzählt Jonas stolz. Ihm läuft kein Speichel mehr aus dem linken Mundwinkel, er kann wieder beide Augen schließen, er läuft ohne Stock und kann sogar wieder Frauen hinterher pfeifen. Für all das war hartes Training nötig - und eine erstklassige Behandlung.

Seit fast sechs Jahren verbringt Jonas drei Vormittag pro Woche im Therapie- & Pflegezentrum Westlausitz. Das einzigartige Zentrum in Kamenz ist auf neurologische Behandlungen und Patienten wie ihn spezialisiert. Alle Fachbereiche - von der Physiotherapie über Ergotherapie bis zur Logopädie - sind unter einem Dach vereint. Genau das ist für Schlaganfall-Patienten so wichtig. „Mein Mann und ich kennen das aus der Rehabilitationsklinik in Kreischa, dass Therapeuten aller drei Fachbereiche eng zusammenarbeiten. Wir haben dieses Konzept für die ambulante Therapie aufgebaut“, erzählt Katja Lindemann, Leiterin des Therapiezentrums Westlausitz. Zudem stehen modernste Möglichkeiten wie eine 15 Meter lange Laufstrecke über Pflaster, Holzbohlen und Sand sowie Laufbänder, Stehtrainer und spezielle Fahrräder für Schwerbetroffene zur Verfügung. Ähnlichen Standard kennt man sonst nur aus Kliniken. Deshalb unterstützen die Krankenkassen das Konzept des Therapie- & Pflegezentrums Westlausitz so stark.

Für Guntram Jonas sind die drei Vormittage pro Woche im Therapiezentrum weit mehr als reine körperliche Betätigung - hier pflegt er Kontakte zu anderen Patienten, die teilweise schon zu Freunden geworden sind. Hier treffen sich Menschen, die aus ihrem alten Leben gerissen worden sind. Das alte Leben von Guntram Jonas fand auf der Überholspur statt. Der gelernte Werkzeugmacher war Chef von bis zu 80 Mitarbeitern. 18-Stunden-Schichten gehörten zum Alltag, manchmal flog er dreimal pro Woche zwischen Dresden und Stuttgart hin und her. Immer unterwegs, das Handy nie aus, Urlaub gab es so gut wie nie, ständiger Druck von oben. „Bei einem Fehler von mir drohten Ausfallkosten in Millionenhöhe“, erzählt er. Stress, Rauchen, Bluthochdruck, hohe Cholesterienwerte - diese ungesunde Mixtur könnte eine Ursache für den Schlaganfall gewesen sein. Sicher ist, dass es eine Einblutung im Kopf gab. Jonas drückt es so aus: „Irgend so eine blöde Leitung ist da oben geplatzt. Und dann ist alles ausgelaufen.“

Aktuell betreut das Therapie- & Pflegezentrum Westlausitz mehr als zehn Dauerpatienten so intensiv wie Guntram Jonas. Zwei von ihnen haben eine Abmachung getroffen: Keinen Gehstock innerhalb der Praxis! Also humpeln sie über die langen Gänge, laufen von Behandlung zu Behandlung, legen dazwischen ein Schwätzchen ein und erzählen sich vom jüngsten Ausflug. Und alle streben nur nach einem: Dass sie ihr Leben so eigenständig wie möglich meistern können - nach einem tragischen Moment, als die Zeit für einen Moment still stand.



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